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Synagoge

Der Gottesdienst der Juden in der Synagoge

Der einzige Tempel der Juden stand in Jerusalem und wurde vor 2000 Jahren von den Römern zerstört. Er wurde nicht wieder errichtet.

Eine Synagoge ist folglich kein Tempel, sondern ein Ort, wo der jüdische Gottesdienst gehalten wird und wo man betet. In jeder Synagoge gibt es einen Toraschrein, in dem die Torarollen aufbewahrt werden. Wird eine Torarolle geöffnet, so darf kein Mann mit unbedecktem Haupt anwesend sein. Nahe des Toraschreins steht das ewige Licht, eine Lampe, die nach biblischem Gebot dauernd brennen muss. Manche Synagogen sind mit einem Leichter als Erinnerung an den siebenarmigen Leuchter im Tempel ausgestattet. Immer ist eine Plattform als Unterlage für die Torarolle vorhanden. In der Synagoge werden die Bänke und Pulte an die Gemeindemitglieder vermietet. Dort können sie ihr Sidur, Gebetbuch, den Tefillin, den Gebetsriemen sowie den Tallit Gadol,Gebetsmantel verwahren. Das ist insbesondere für den Sabbat notwendig, da an diesem Tag nichts getragen werden darf.
Die Plätze für die Frauen sind auf einer Erhöhung angebracht.
Eine Synagoge darf nur mit langen Beinkleidern betreten werden. Männer müssen in einigen Synagogen eine Kopfbedeckung tragen. Besucher sollten fragen, ob fotografieren erlaubt ist; verboten ist es am Sabbat und an Feiertagen.
Gebetet wird in den Synagogen morgens und abends. Die jüdische Tradition verlangt zwar, dass dreimal täglich gebetet wird, der Nachmittags- und Abendgottesdienst wird allerdings meistens zusammengelegt. Ein gültiges Gebet in der Synagoge verstanden als Gemeindegebet verlangt den Minjan: es müssen mindestens zehn Männer in der Synagoge versammelt sein. Frauen zählen nur für die liberalen Juden zur Minjan. Mann ist, wer mindestens 13 Jahre alt ist.
Die Kleidung muss aus Respekt vor der Gegenwart Gottes angemessen sein. Freizeitkleidung ist nicht erlaubt. Frauen müssen einen langen Rock tragen, nicht erlaubt sind für sie Hosen oder Minirock. Frauen dürfen nur so wenig Haut wie möglich zeigen. Ist eine jüdische Frau verheiratet, bedeckt sie ihren Kopf. Nichtjüdische Besucherinnen müssen den Kopf nicht bedecken. Männer tragen Anzug mit Krawatte. Alle Männer müssen den Kopf bedecken, auch nichtjüdische Besucher. Es muss nicht eine Kippa sein, Hut und Mütze sind ausreichend. Will man als Gast einen Gottesdienst besuchen, muss man sich einen Platz zuweisen lassen, da die Plätze ja alle vermietet sind. Als Besucher sollte man darauf achten dann zu stehen, wenn auch die gläubigen Juden aufstehen.
Der Gottesdienst am Sabbat ist etwas besonderes. Vor dem Gang in die Synagoge muss alles vorbereitet sein, was für den Sabbat erforderlich ist. Eine festliche Kleidung ist Pflicht, Hausglocke und Telefon sind abgestellt. Der Sabbat beginnt am Freitagabend und endet am Samstagabend. Juden dürfen dann nicht arbeiten, fahren und tragen. Nicht einmal einen Handtasche oder  einen Schirm. Der Hausschlüssel wird von den Männern an einem speziellen Gürtel befestigt, so dass er Bestandteil desselben wird und er als nicht getragen gilt. Auch Schreiben gilt als Arbeit.  Einen Geschäftspartner darf man nicht auf geschäftliches ansprechen. Und man fährt nicht mit dem Auto oder Fahrrad direkt bis vor die Synagoge.