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Pilgern im Heiligen Land und nach Jerusalem

Viele Menschen pilgern nach Jerusalem und ins heilige Land, um die Spuren Jesu Christi zu finden.

Auf den Spuren Jesu pilgern in Jerusalem

Die Stationen aus dem Leben Jesu sind die Pilgerstätten im Heiligen Land, von der Krippe bis zu seinem Grab. Besucht man diese Stätten, so muss man sich darüber im Klaren sein, dass es keinen archäologischen Beweis dafür gibt, dass Jesus tatsächlich dort war. Die Pilgerwege im Heiligen Land sind also reine Glaubenswege.

Doch bereits für die frühen Christen waren viele Orte in Palästina heilig. Deshalb wird sich einiges Wissen um die Plätze, die mit Jesus in Zusammenhang stehen, erhalten haben. Und das, obwohl Jerusalem im Jahr 70 im Jüdischen Krieg zerstört worden war. So kann man von Meliton, dem Bischof von Sardes in Westanatolien, lesen, dass man ihm 100 Jahre nach dem Tod Jesu in Jerusalem den Ort zeigte, an dem die Kreuzigung stattfand.

Natürlich gab es auch schon sehr früh Legenden, wie sich etwa aus den Aufzeichnungen des Pilgers aus Bordeaux über seine Reise nach Palästina in den Jahren 333 und 334 ersehen lässt. Man zeigte ihm etwa ein Gebäude, in dem das Blut des Propheten Sacharja zu sehen war. Dieser jedoch war, folgt man der Bibel, bereits 800 Jahr tot.

Via Dolorosa

Die Via Dolorosa ist der schmerzhafte Weg. In Jerusalem haben Mönche des Franziskanerordens die Stationen des Kreuzwegs auf der Via Dolorosa geschaffen. Die Via Dolorosa folgt jedoch keinesfalls den Fußspuren Jesu. Jerusalem hat sich in den letzten 2000 Jahren baulich stark verändert. Es wurden nicht nur neue Straßen und Häuser geschaffen, auch die relative Meereshöhe der Stadt hat sich geändert, denn neue Bauten entstanden auf den zusammengefallenen Altbauten. Nach der Bibel führt die Via Dolorosa von dem Ort, an dem Jesus von Pontius Pilatus zum Tode am Kreuz verurteilt worden ist zur Kreuzigungsstätte auf dem Hügel Golgatha. Es ist historisch nicht geklärt, wo die Verurteilung Jesus durch Pilatus stattfand. Eine Möglichkeit wäre die Burg Antonia. Heute befindet sich in der Nähe dieser ehemaligen Burganlage die Ecce-Homo-Basilika. Ecco-Homo bedeutet: Seht, da ist der Mensch. Dieser Satz findet sich im Johannes Evangelium 19, 1-13. Er bezieht sich auf die Geißelung Jesu mit der Dornenkrone und dem roten Mantel durch Pilatus. Als Jesus herauskam sprach Pilatus diesen Satz zu den Juden. Als die Juden die Kreuzigung Jesus forderten, setzte sich Pontius Pilatus auf den Richterstuhl an dem Platz, der Lithostrotos, auf Hebräisch Gabbate, auf Deutsch steinerner Bodenbelag, heißt.

Man kann unter der Krypta der Ecce-Homo-Basilika tatsächlich ein sehr altes Steinpflaster sehen, was für lange Zeit für das in der Bibel erwähnte Lithostrotos gehalten wurde. Heute weiß man jedoch durch Grabungen, dass das Pflaster frühestens 135 n. Chr. verlegt wurde, als der römische Kaiser Hadrian an der Macht war. Man nimmt an, dass es das Pflaster des damaligen Marktplatzes ist. Auch der Ecce-Homo-Bogen, der Rest eines Tores aus drei Bögen stammt aus der Zeit Hadrians. Das Gebäude wurde somit erst mehr als 100 Jahre nach der Geißelung und Verurteilung Jesu errichtet.

Die wahrscheinlichere Möglichkeit, wo sich der Ort der Verurteilung Jesu befand, ist der Palast von Herodes. Dies wird aus unterschiedlichen Schriftquellen gefolgert. Der Palast von Herodes befand sich im westlichen Teil Jerusalems. Der Palast war geräumig und weitläufig. Wo sich das Prätorium befunden haben kann, ist nicht genau zu ermitteln.

Aus diesen Tatsachen ergibt sich, dass der schmerzhafte Weg, den Jesus von Pontius Pilatus nach Golgatha genommen hat, nicht mehr bestimmbar ist.

Grabeskirche

Die Grabeskirche soll an dem Ort stehen, an dem Jesus begraben sein soll. In der Bibel ist zu lesen: Jesus trug sein Kreuz und ging hinaus nach Golgatha. (Das hebräische Wort Golgatha bedeutet auf Deutsch Schädelhöhe.) Dort kreuzigten sie ihn ... nahe der Stadt. An dem Ort war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. So Johannes 19, 16-20, 41-42. Die erste Grabeskirche wurde von Kaiser Konstantin im Jahr 326 errichtet. So schreibt Eusebius von Caesarea in der Vita Constantini, dass diese heilbringende Höhle von einigen Gottlosen und Verworfenen bei den Menschen in Vergessenheit gebracht werden sollte. Kaiser Konstantins Mutter Helena hatte den Ort - wie sie glaubte - durch eine göttliche Eingebung wiederentdeckt. Archäologen bestätigten, dass der Ort der Grabeskirche früher außerhalb Jerusalems lag und als Steinbruch und später als Garten genutzt worden war. Einen Teil davon nutzte man für Begräbnisse. 135 nach Christus ließ Kaiser Hadrian ein Heiligtum an dieser Stelle errichten. Er hatte auch den Ecce-Homo-Bogen sowie das Steinpflaster in der Ecce-Homo-Basilika anlegen lassen. Diesen Tempel, dieses römische Heiligtum, ließ Konstantin beseitigen, um nach dem Grab Jesu suchen zu können. Eusebius von Caesarea beschreibt das Finden des Grabes Jesu: Vom Geiste Gottes beseelt, gebot er, den Boden tief auszugraben. Das geheiligte Denkmal der Auferstehung des Heilands selbst kam zum Vorschein. Die heiligste Grotte bot ein vollkommenes Nachbild der Auferstehung des Erlösers dar.

Martyrium

Das Martyrium in Jerusalem ist ein achteckiges Gebäude,, wie sie von frühen Christen oft an heiligen Orten errichtet wurden. 1993 entdeckte man bei Straßenbauarbeiten in einem Olivenwäldchen zwischen Bethlehem und Jerusalem den Ort, der von frühen Christen als die Stelle verehrt wurde, an dem die schwangere Maria mit Ihrem Mann Josef auf dem Weg nach Bethlehem gerastet haben soll. Martyrium ist griechisch und bedeutet Zeugnis. Das Martyrium enthielt in der Mitte einen flachen Fels, der Reisenden zur Rast diente. Ob Maria wirklich dort gerastet hat, ist allerdings fraglich. Eher wahrscheinlich ist, dass der Andachtsort von den frühen Christen willkürlich gewählt worden ist.

Jesusboot

Im Jahr 1986 wurde am westlichen Ufer des Sees Genezareth durch Fischer Reste eines Holzbootes entdeckt. Es ragte aus dem Uferschlamm heraus; der See hatte einen sehr niedrigen Wasserstand. Archäologen datierten das Boot auf das 1. Jahrhundert. Es dürfte damit den Booten sehr ähnlich sein, mit denen Petrus und andere Apostel den See zum Fischen befuhren. Das Boot ist heute in einem eigens für es errichten Museum als Jesusboot zu besichtigen.

Kapernaum

Das Dorf Kapernaum ist der Ort, an dem der Bibel zufolge Jesus mit seinem Predigen begann, vgl. Markus 1, 21-22. Dieser Ort liegt am See Genezareth. In Kapernaum wurden von Archäologen eine Synagoge mit Sakralbau und vielen Säulen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus ausgegraben. Darunter fand man ältere Mauern von einem Vorgängerbau. Diese älteren Mauern waren aus schwarzem Basalt gefertigt. Aus diesem Material wurde aber auch alle die Synagoge umgebenen Wohnhäuser gefertigt. Deshalb ist nicht klar, ob es sich bei den Überresten unter der neueren Sandsteinsynagoge um eine ältere Synagoge gehandelt hat, in der Jesus der Bibel zufolge gepredigt haben soll, oder nur um Überreste von Wohnhäusern, die sich vor dem Bau der Synagoge dort befanden.

Petrus Wohnhaus

Jesus ging von der Synagoge in Kapernaum in das Haus des Simon Petrus. Dort heilte er dessen Schwiegermutter von einem Fieber. So ist es in Markus 1, 29 - 31 in der Bibel nachzulesen. Petrus war der erste Jünger Jesus. Von Beruf war er Fischer. Nach dem Tod und der Wiederauferstehung Jesu hatte Petrus die Aufgabe, die Gläubigen zu führen und zu stärken, so Johannes 21, 15 -17.

Die Archäologen legten etwa 35 Meter südlich der Synagoge in Kapernaum ein Haus frei, das sie für das des Petrus halten. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert und würde ebenfalls aus Basalt gebaut. Die Bibel sagt, dass das Haus des Petrus nicht weit von der Synagoge entfernt stand. Das gilt als Hinweis auf die Echtheit des Hauses; desweiteren, dass ein Raum in dem Haus in der Mitte des 1. Jahrhunderts mit Putz verziert worden war. Das konnte bislang in keinem anderen ausgegrabenen Haus festgestellt werden. An den Wänden fand man Aufschriften in griechischer, lateinischer, syrischer und aramäischer Sprache. Einige dieser Aufschriften enthalten Hinweise auf Jesus als Messias. Im 4. Jahrhundert erweiterte man das Haus und umgab es mit einer Mauer. Im 5. Jahrhundert baute man um den ursprünglichen Raum ein Martyrium herum. Das alles wird als Hinweis darauf gedeutet, dass es sich um einen heiligen christlichen Ort handelte.