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Jesus Christus Auferstehung

Die Grundlage des Christentums ist die Auferstehung Jesu Christi.

Aber es gab ähnliches Gedankengut bereits in heidnischen Religionen weit vor der Entstehung des Christentums. Dieses wird nachfolgend aufgeführt.

Die Auferstehung Jesu

Doch wie wurde in der Römerzeit die neue Religion Christentum zur Staatsreligion zwischen 384 und 392 nach Christus? In den Anfangsjahren hörte sich die christliche Botschaft für die Menschen im römischen Reich ziemlich abenteuerlich an: ein Mann namens Jesus sei in Judäa am Kreuz gestorben und drei Tage später wieder auferstanden. Er habe den Menschen das ewige Leben versprochen. Zudem wurde die Erlösung von den Sünden in Aussicht gestellt. Seine Anhänger nannten ihn Gottes Sohn und Gesalbter (Christus).
Die Wiederauferstehung an sich war jedoch in der damaligen Zeit nichts Neues. Im Reich Roms gab es viele Götter, die gestorben und wieder ins Leben zurückgekehrt waren. Deshalb geht man heute davon aus, dass zu Anfang die meisten Römer Jesus für einen dieser Götter gehalten hatten. Diese Götter stammten, ähnlich wie Jesus, ebenfalls aus dem Osten, der für die Römer einen exotischen Beiklang hatte.

Wiederauferstehung: die Rückkehr aus dem Reich der Toten

Inanna und Dumuzi

Dreitausend Jahre vor Christus verehrten die Sumerer die Göttin Inanna und ihren Mann Dumuzi. Inanna war in die Unterwelt aufgebrochen, um sie für sich zu erobern. Doch sie starb. Der oberste Gott Enki erweckte sie aus dem Todesschlaf. Sie wollte aus der Unterwelt fliehen, doch böse Dämonen ließen dies nicht zu. Sie erlaubten ihr nur dann das Reich der Toten zu verlassen, wenn sie einen Ersatz fände. Inanna dachte, wie es Ehefrauen nun einmal gerne tun, sofort an ihren Ehegatten und bestimmte diesen zu ihrem Stellvertreter. Dieser starb und gelangte in die Unterwelt. Dass Inanna wenig später Gewissensbisse bekam, ist nicht verwunderlich. Sie verhandelte mit den Dämonen und erreichte als Kompromiss, dass Dumuzi nun eine Hälfte des Jahres bei Inanna und in der restlichen Zeit in der Unterwelt leben konnte.

Attis

In der antiken griechischen Kultur gabe es etwa den sterbenden Gott Attis. Seine Geschichte und seine Verehrung waren aus Phrygien, dem heutigen Anatolien, zu den Römern gekommen. Attis, ein schöner Jüngling, so wird erzählt, war ein Hirte und Geliebter der Muttergöttin Kybele, die in Rom als Magna Mater, Große Mutter, bekannt war. Attis sollte aber die Tochter des phrygischen Königs Midas heiraten. Das erboste die Göttin Kybele und sie schlug Attis mit Wahnsinn. Dieser entmannte sich daraufhin mit einem scharfen Stein und verblutete. Einer anderen Variante der Legende zufolge wurde Attis von der Kybele in eine Pinie verwandelt. Die Römer trauerten am jährlichen Frühlingsfest drei Tage um den toten Attis. Am vierten Tag jedoch wurde er wieder zum Leben erweckt; Rom feierte.

Adonis

Ein weiteres Beispiel für einen sterbenden Gott ist die Geschichte um Adonis. Dieser schöne Jüngling war der Geliebte der Göttin Aphrodite. Er wurde, so die Legende, von einem wilden Eber getötet. Im Frühling beklagten seine Verehrerinnen seinen Tod und warteten auf den Hausdächern auf seine Rückkehr. Diese gewährte ihm Göttervater Zeus auf Bitten von Aphrodite für sechs Monate im Jahr.

Persephone

In der griechischen Mythologie wird ebenfalls von Persephone, der Tochter der Erdgöttin Demeter berichtet. Sie wird von Hades, dem Gott der Unterwelt entführt. Demeter sucht überall nach ihr. Als sie sie nicht findet, droht sie, die ganze Welt verhungern zu lassen. Das will Hades nicht und läßt Persephone für eine gewisse Zeit im Jahr zu ihrer Mutter zurück.

Orpheus

Der Sänger Orpheus war der Sohn der Muse Kalliope und des Apollon. Seine Frau Eurydike war in die Unterwelt geraten und Orpheus wollte sie zurückholen. Es gelang ihm nicht, weil er sie, entgegen einem Verbot unterwegs angeblickt hatte. Voll Trauer kehrt er in die Oberwelt zurück. Er will nicht mehr singen. Das gefällt weiblichen Anhängern des Gottes Dionysos, den Mänaden, nicht. Sie reißen ihn deshalb in Stücke. Sein Kopf stirbt nicht, sondern singt weiter. Dadurch wird er zu einer Gottheit.

Dionysos

Dionysos selbst wurde als Kind von Titanen überfallen, in Stücke gerissen und verschlungen. Nur sein Herz blieb übrig. Zeus nahm es und pflanzt es in eine Ersatzmutter ein, so das Dionysos wiedergeboren werden kann.

Baal

Eine Geschichte aus Kanaan erzählt von Baal, dass er von dem Herrscher der Schattenwelt, Mot (was Tod bedeutet) erschlagen wird. Er wird von seiner Schwester Anat gerettet, wiedergeboren. Anat tötet Mot, zerstückelt ihn und verteilt seine Reste über die Felder.

Osiris

In der ägyptischen Mythologie wurde der Gott Osiris von seinem Bruder Seth getötet und zerstückelt. Isis, Schwester von Osiris, sucht die Körperteile aus ganz Ägypten zusammen. Osiris kann dennoch nicht auf die Erde zurück; er wird Gott des Jenseits.

Ischtar und Tammuz, Adonis und Astarte

Die Geschichte von Inanna und dem sterbenden Gott Dumuzi findet sich auch bei vielen Völkern des antiken Orients. Bei den Babyloniern hießen sie Ischtar und Tammuz, bei den Phöniziern Adonis und Astarte. In Kanaan war der Name des Gottes Baal, Melqart und Eschmun.

James Frazer: sterbende Götter

Es war James Frazer, der 1890 den Begriff sterbende Götter prägte. Der Völkerkundler aus Schottland verfasste ein Buch über den Ursprung der Religionen: Der goldene Zweig. Darin vertritt er die These, dass es in den Mythen vieler Kulturen sterbende Götter gäbe. Sie seien, so Frazer, ein Symbol für das Getreidekorn. Dieses wachse jährlich, werde geerntet und wachse als Keimling dann erneut.

Im Anschluss an Frazers Abhandlung vertraten Altertumsforscher und auch Psychologen die These, dass ebenfalls Jesus in die Gruppe der sterbenden und wiederauferstehenden Götter einzureihen sei.

Frazer suchte auch Antworten für das mythologische Zerstückeln. Er erklärte es mit Rückblicken auf eine Zeit, in der Menschenopfer üblich waren. Er sah die Magie als älteste Form der Religion an. Magie definierte er als den Versuch, die Umwelt durch genau festgelegte Handlungen zu lenken. So sollte etwa das Wachsen und Keimen des Getreides gesichert oder das Wetter manipiliert werden. Menschen wurden nach Frazers Theorie als Stellvertreter von Göttern geopfert, um die Fruchtbarkeit der Muttererde sicherzustellen. Die Kraft des Blutes sollte in die Erde fließen. Der geopferte Gottmensch wurde so zu einer magischen Aussaat.
Auch die Priester der Göttin Kybele im antiken Rom haben sich kastriert. Ihr abgetrennter Hoden wurde in die Erde vergraben. Diese Priester nannten sich Attis, nach dem sterbenden Gott.

Frazer wurde von anderen Altertumsforschern vorgeworfen, er würde den Begriff sterbende und wiederauferstehenden Götter sehr weit auslegen. So weist der Religionshistoriker Jonathan Z. Smith daraufhin, dass nur wenige der sterbenden Götter wiederauferstanden seien. Bestes Beispiel sei Osiris, er kam nicht zu den Lebenden zurück sondern wurde Gott des Totenreichs.