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Islamische Werte

Die Regeln des Islam entstammen dem Koran und der Sunna

Der Wille Allahs ist die Richtlinie für das Denke und Handeln eines Muslims. Den Willen Allahs entnimmt er dem Koran. Folglich darf nichts dem Koran widersprechen.

Ein Mensch, der sich dem Willen Allahs in allen Lebensbereichen unterwirft, ist ein Muslim. So existiert für gläubige Muslime kein Unterschied zwischen religiösem und weltlichem Leben. Das Leben muss immer im Einklang mit der Religion stehen.

Der Koran

Die Entstehung des Korans lässt sich lückenlos zurückverfolgen. Das ist z.B. bei der Bibel anders, die von vielen Menschen überliefert und aufgeschrieben wurde. Der Koran wurde, so der Glaube der Muslime – Mohammed Stück für Stück durch den Engel Gabriel überbracht. Die endgültige Fassung des Korans wurde kurze nach Mohammeds Tod vom dritten Kalifen Osman kanonisiert.
Der Koran ist die absolute Wahrheit, die von Allah verkündet wurde. Allah hat den Koran verfasst, Mohammed hat ihn aufgeschrieben. Der Koran besteht somit seit als Heiliges Buch und als Gesetzbuch, das unveränderliche Gültigkeit besitzt, denn dadurch, dass es von Allah stammt, besteht es seit Ewigkeiten und für die Ewigkeit. Die Muslime glauben sogar, dass im Koran alles Wissen der Welt enthalten ist, alle Erfindungen, aller technischer Fortschritt und alle Entdeckungen.
Eine Auslegung des Korans im Sinne einer Exegese ist nicht möglich, denn das wäre eine Gotteslästerung. Nicht nur der Inhalt, auch das Buch selbst wird mit Ehrfurcht behandelt; so darf ein Koran-Buch nur im rituell reinen Zustand geöffnet werden und es dürfen auch nur in reinem Zustand Suren aus dem Koran rezitiert werden.

Halal und Haram – rein und unrein

Reinheit ist für die Muslimen der halbe Glaube. Halal ist rein, erlaubt, haram ist unrein, verboten.
Ein Gebet ist nach islamischen Glauben nur gültig, wenn der Körper, die Kleidung und der Gebetsplatz rein sind.
Haram sind Ausscheidungen von Mensch und Tier, auch Blut. Auch eine Frau in der Menstruation gilt als rein, sie kann die täglichen Gebete nicht verrichten und im Fastenmonat Ramadan fallen für sie die Fastentage aus, die sie aber später nachholen muss. Das gilt nicht für die Gebete, diese sind ihr von Gott erlassen. Die Frau muss sich nach der Regel durch ghusl, die große Reinigung reinigen.
Wudu, die kleine Waschung, nimmt man mit reinem, fließendem Wasser durchführt. Man wäscht die Hände je dreimal, spült Mund und Nase und wäscht das Gesicht und die Unterarme dreimal, dann streicht man sich mit der nassen Hand über die Haare, die Ohren und den Nacken. Die Füße werden dreimal gewaschen.
Ghusl, die große Waschung, erfolgt unter der Dusche. Die Haare müssen zusätzlich zum Körper gewaschen werden.
Wie gesagt, muss die Frau nach der Menstruation ghusl ausführen, auch nach der Geburt und dem Geschlechtsverkehr. Männer nach letzterem ebenfalls.
Die linke Hand gilt als unrein, weil damit Intimwaschungen durchgeführt werden.
Eine Waschung muss nur dann für das nächste Gebet wiederholt werden, wenn zwischenzeitlich geschlafen oder die Toilette aufgesucht wurde.
Kleidung wird unrein, wenn sie mit Ausscheidungen in Berührung kommt.
Auch der Raum muss rein sein, wenn dort gebet werden soll. Vor dem Betreten von Wohnräumen, in denen auch gebetet wird und selbstverständlich von Gebetsräumen, müssen die Schuhe ausgezogen werden.

Haram, also unrein, ist Schweinefleisch und Fleisch, das nicht im Namen Gottes geschlachtet wurde. Das Tier, das gegessen werden darf, muss nach islamischem Ritus geschlachtet, d.h. geschächtet worden sein. Das unbetäubte Tier wird mit einem gezielten Schnitt durch die Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre getötet und muss anschließend vollkommen ausbluten. Das Tierschutzgesetz in Deutschland verbietet das Schächten. Nur bei religiöser Motivation ist es in engen Grenzen erlaubt.
Alkohol ist verboten – in allen Formen, also weder Wein noch  Bier noch Pralinen mit Alkohol sind erlaubt.

Die Sunna

Die Sunna ist das, was der Prophet Mohammed gesagt, getan, verboten oder geduldet hat. Die Taten Mohammeds sind in den Hadith-Sammlungen überliefert. Die Sunna ist neben dem Koran für die Muslime eine Quelle für das Recht und das Verhalten im Alltag. Der Koran sagt, dass Muslime täglich beten sollen. Der Koran sagt aber nicht, auf welche Art und Weise das Gebet erfolgen soll. Hier hilft den Muslimen die Sunna, um dem Vorbild Mohammed nachtun zu können.
Die Sunna ist also eine wichtige Lebensgrundlage für die Muslime. Allerdings gibt es viele Hadithe, die von den islamischen Gelehrten als unterschiedlich sicher eingestuft werden. Es kommt auf die Überlieferungskette an, ob eine Hadith als stark oder schwach eingestuft wird. Es muss lückenlos überliefert sein, wer von wem etwas gehört hat, und zwar ausgehend von Mohammed.

Die fünf Gebete des Tages

Das Gebet teilt den Tag des Muslims ein. Es soll fünfmal zu Zeiten verrichtet werden, die der Lauf der Sonne bestimmt. Das Gebet ist eine religiöse Pflicht und ein Zeichen der Solidarität zu den Glaubensbrüdern. Der Inhalt und der äußere Ablauf des Gebets sind exakt vorgeschrieben. Gebetssprache ist ausschließlich arabisch – weltweit. Männer sollen dabei, wenn möglich, in der Gemeinschaft der Mescid oder Moschee beten. Beides bedeutet „Ort der Niederwerfung“.  Frauen dürfen in der Moschee beten, müssen es aber nicht.
Es darf nur in rituell reinem Zustand gebetet werden. Andernfalls ist das Gebet ungültig. Körper, Kleidung und Gebetsplatz müssen rituell rein sein. Die Gebetsrichtung muss nach Mekka weisen, der Betende muss sich mit dem Gesicht gegen Mekka aufstellen.

Fastenmonat Ramadan

Alle Muslime ab der Pubertät müssen im islamischen Monat Ramadan tagsüber, also vom Anbruch der Dämmerung bis zum Sonnenuntergang fasten. Fasten bedeutet weder Essen noch Trinken noch Rauchen. Nach Anbruch der Nacht darf das Fasten gebrochen werden. Das Ramadangebet taravih wird anschließend in einer Mescid verrichtet. Den Abschluss des Fastenmonats Ramadan feiern die Muslime mit dem id al-fitr bzw. Ramazan Bayrami. In der Türkei wird das Fest auch Zuckerfest genannt, weil viel Süßes gegessen wird.