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Götter im Hinduismus

Die Inhalte des Hinduismus

Der Hindu versucht in seinem Leben atman und brahman zu vereinigen. Die kann durch Meditation und Versenkung geschehen. Viele gläubige Hindus geben sich dabei völlig jener Gottheit hin, die sie als die höchste verehren, weil sie in ihren Augen die Ausprägung brahams ist.

 

Gott Shiva

Shiva ist eine der bekanntesten Gottheiten. Shiva ist im Glauben der Hindus der Gütige, der alle Gegensätze des Kosmos in sich vereint.

Gott Vishnu

Vishnu ist der Gott, der das Prinzip der Welterhaltung in sich trägt. Der Name Vishnu leitet sich von dem Sanskritwort vish ab, was arbeiten und wirken bedeutet.

Göttin Shakti

Shakti ist eine weibliche Gottheit. Sie ist die Verkörperung der schöpferischen Urkraft Das Sanskritwort sakti bedeutet Energie oder Kraft.

Nach diesen drei Gottheiten gibt es im Hinduismus drei religiöse Hauptrichtungen: den Shivaismus, den Vishnuismus und den Shaktismus.
Wie bereits angedeutet, ist Ziel eines jeden Hindu durch Hingabe an seine bevorzugte Gottheit die Einheit mit der Allseele zu erreichen. Ist dies gelungen, so hat er moksha, die Erlösung gefunden. Er ist aus dem ewigen Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt befreit. Der Kreislauf unterliegt dem Gesetzt des karma, der Tat. Danach erntet jeder, was er sät. Die Handlungen im gegenwärtigen Leben prägen das nächste Leben und haben auch Auswirkungen auf die eigene Seele, denn diese legt künftiges Leben und Erleben fest. Wer Gutes tut, wird gut, wer böse handelt, beschädigt seine Seele und wird auf niedriger Stufe wiedergeboren, etwa als Insekt oder sonstiges Tier. Da jedes Wesen der Schöpfung ein Mensch gewesen sein kann oder werden wird, so haben die Hindus eine besondere Achtung für die schöpferische Vielfalt. Alle Wesen sind in einer Hierarchie eingeordnet. Die Hierarchie beginnt auf unterster Stufe bei den Pflanzen und endet auf höchster Stufe bei den Göttern. Die Menschen finden sich in der Mitte wieder. Die Menschheit gliedert sich aber selbst wieder in soziale Gruppe. Bereits die Veden erwähnen ein mythisches System aus vier Gesellschaftsschichten, die varna (Sanskritwort für Farbe) genannt werden. Der Mensch wird in eine Gesellschaftsschicht hineingeboren. Die oberste varna wird von den Brahmanen gebildet. Das sind Priester, die Opfergaben für die Götter empfangen und führen kultische Handlungen aus. Die zweite Schicht ist die der Krieger und Adligen, Kshatriya genannt. Die Vaishya bilden die dritte Varna. Ihr gehören die meisten Menschen an, Bauern, Kaufleute und Handwerker. Die unterste Schicht bildeten die Shudra, Sklaven und Leibeigene; sie waren unrein. Die heutige Gesellschaftsstruktur Indiens besteht aus den sogenannten Kasten. Aus den vier Varna sind in den vergangenen Jahrhunderten immer mehr Geburtsgruppen, jati,  entstanden. Sie sind sehr komplex und es gibt heute etwa 3000 jati.
Durch die Kasten sind die Hindus in eine sozialreligiöse Struktur eingebunden. Jede Jati ist durch eigene geistliche und weltliche Vorschriften gekennzeichnet. Diese nennt man dharma, Gesetz. Es ist eine Zusammenstellung von ethischen Normen, rituellen Pflichten, Erziehungsgrundsätzen und Berufsbildern. Der Dharma trennt die Angehörigen unterschiedlicher Kasten. Auch eine Heirat findet normalerweise nur innerhalb der eigenen Kaste statt. Ein gemeinsames Essen findet ebenfalls nur unter Angehörigen der eigenen jati statt. Der Dharma besteht immer auch aus einer besonderen religiösen Tradition. Das ist der Grund, warum die hindus keinen alle Gläubigen verbindenden Ritus kennen, wie etwa die Christen das Abendmahl.
Alle Hindus sehen in bestimmten heiligen Orten Wallfahrtsstätten. So gibt es Tempel, die als Tor zwischen irdischer und göttlicher Welt gelten, oder Berge, wie etwa den heiligen Kailash. Aber auch Flüsse, wie etwa der Ganges, sind heilige Plätze. So baden jeden Tag Tausende gläubige Hindus im Ganges und anderen indischen Strömen, um Körper und Geist zu reinigen. Allahabad ist eine Stadt am Ganges, die im Februar 2001 70 Millionen Menschen anlässlich eines religiösen Festes sah. Das war die größte religiöse Versammlung der Geschichte.