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Geschichte des Hinduismus

Was führte zur Entstehung des Hinduismus?

Das Wort Hinduismus wurde von den Briten geschaffen. Sie fassten unter diesen Begriff die Vielzahl der religiösen Praktiken und Traditionen zusammen, die es in ihrem Kolonialreich Indien gab.

Die heutige Selbstbezeichnung für den Hinduismus  ist Sanatana Dharma, Ewiges Gesetz. Hindus haben kein allgemeines Glaubensbekenntnis und es gibt im Hinduismus keine einheitliche Organisationsstruktur. Die Hindus verehren  eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen und haben eine Vielzahl an Ritualen. Dennoch fühlen sich die meisten Inder trotz dieser Vielfältigkeit in ihrem Glauben miteinander verbunden. Das ist der Grund, warum der Hinduismus als Weltreligion angesehen wird. Die Hindus selbst bezeichnen ihren Glauben als sanatana dharma. Sie sehen ihn als ewiges Weltgesetz, das von Anbeginn besteht und von rishis, Sehern, und Heiligen in immer neuen Formen verkündet wird.
Der Hinduismus ist in der Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus entstanden.  Damit ist der Hinduismus älter als die anderen Weltreligionen.. Zu jener Zeit kamen Nomadenstämme aus Zentralasien, die Arier, ins Schwemmland des Indus und vermengten ihre polytheistischen Glauben mit örtlichen Kulturen und Traditionen.
Diese Zeit war auch die Entstehungszeit der Veden. Der Name kommt aus dem Sanskrit. Veda bedeutet Wissen. Sie waren zunächst mündlich überliefert und wurden erste 2000 Jahre später niedergeschrieben. Die Veden sind eine Sammlung von Hymnen und Rezitationen. Die Hindus glauben, dass die Inhalte der Veden göttlichen Ursprungs sind und dass sie mythische Wahrheiten offenbaren. Die Veden beschreiben die Entstehung des Universums aus dem Ur-Menschen Purusha. Purusha wurde den Göttern zum Opfer gebracht. Aus ihm entstand die soziale Welt und der Kosmos. Der Mond entstand aus Purushas Geist, die Sonne aus seinen Augen, die Gestirne aus seinem Kopf und die Erde aus Prushas Füßen. Es ist eine Allseele, die den gesamten Kosmos erfüllt. Die Allseele ist ein unveränderliches, allem Sein zugrunde liegendes Prinzip. Die Hindus nennen sie brahman. Das brahman ist die Ursubstanz des Lebens.  Brahman liegt außerhalb des menschlichen Bewusstseins. Der Mensch kann sie weder denken noch fühlen. Jeder Mensch aber hat einen kleinen Teil, einen Samen von brahman in sich, das atman, die Einzelseele.