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Geschichte Daoismus / Taoismus

Über die Entstehung des Daoismus

Spricht man heute vom Daoismus, so meint man die Dao-Lehre des Laozi, auch Laotse genannt, die im 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus entstanden ist.

Jedoch ist Laotse, der berühmteste Denker der chinesischen Antike, historisch nicht nachweisbar. Anders der ebenso berühmte Konfuzius. Die Legende erzählt allerdings, dass Laotse im 6. Jahrhundert v. Chr. als Gelehrter am königlichen Hof für Kalender und Archiv verantwortlich war. Er soll 200 Jahre alt geworden sein und seit Kaiser Han Huandi im Jahre 164 n. Chr. wird er von vielen als Gott verehrt. 
Es soll Laozi gewesen sein, der das Buch vom Dao und dessen Willenskraft verfasst hat, das Daode-jing oder Tao-te-king.  In dem Buch wird das Dao als Prinzip der harmonischen Herrschaft dargestellt. An sich war es ein politischer Leitfaden, doch man verstand es auch als Anweisung für das richtige Leben im Sinn des Dao. Auf dem Buch vom Dao fußt der Daozang, ein Kanon von Dokumenten und Beschreibungen vieler Rituale. Die letzte Fassung des Daozang stammt aus dem Jahr 1607 und sie fasst etwa 1500 Dokumente zusammen. Das Lebenswerk des Laotse kann man eher philosophisch-ethisch bezeichnen. Doch auf seiner Grundlage entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene magisch-religiöse Glaubenszweige, die so genannten dao-jiao. In diese wurden auch volkstümlich Kulte aufgenommen. So traten Götter als Manifestation der ursprünglichen, vom Dao erzeugten Kräfte in Erscheinung. Der Daoismus übernahm auch vom Buddhismus einige Ansichten und Rituale. Wie im Buddhismus entstand auch im Daoismus ein Klosterwesen und es entstanden verschiedene Sekten. Im Lauf der Jahrhunderte entstand ein System aus Himmeln und Höllen und einer unüberschaubare Zahl von Helden und Göttern.