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Die Feste und Feiertage des Christentums

Die Entstehung des Christentums

Vor ungefähr 2000 Jahren war das Palästina der Juden von den Römern besetzt. Die Juden sahen das Ende der Welt auf sich zukommen, den Weltuntergang.

Die heiligen Schriften prophezeiten jedoch, dass Gott einen Erlöser senden würde und sie, die Juden, von allem Leid befreien und zudem das Heil Gottes bringen würde. Dieser Retter würde der Messias sein, was auf Hebräisch der Gesalbte bedeutet und auf Altgriechisch Christus.
Jesus, ein Wanderprediger war in den Augen vieler Juden dieser Messias. Der Gefährte Jesus, Simon Petrus, sprach, folgt man der Überlieferung als erster aus: „Du bist Christus, der lebendige Sohn Gottes.“
Jesus gewann im Laufe seines Lebens als Prediger viele Gefolgsmänner und sammelte sie in einer jüdischen Sekte um sich. Er predigte den Segen Gottes. Auch soll er wundersame Taten vollbracht haben. Seinen Tod verdankte er der römischen Besatzungsmacht, er wurde wegen Aufruhrs gegen Rom an ein Holzkreuz geschlagen.
Nach dem Tod Jesus verschwand sein Leichnam auf mysteriöse Weise. Jesus Jünger berichteten, Jesus sei ihnen leibhaftig erschienen und vor ihren Augen in den Himmel aufgestiegen.
Diese unerklärlichen Dinge führten dazu, dass eine neue Religion entstand, das Christentum.
Die Christen glauben, Jesus, dem sie den Beinamen Christus gegeben hatten, sei Gottes Sohn. Er sei der Erlöser der Menschheit, denn er sei Mensch geworden und habe durch seinen Tod alle Menschen von der Erbsünde befreit. Die Erbsünde lastet, so der Glaube,  auf den Menschen, seit Adam und Eva Gottes Gebot erstmals verletzt und so die Einheit mit Gott, wie sie im Paradies bestand, gebrochen haben.
Jesus ist im christlichen Glauben nicht nur Gottes Sohn, der Mensch geworden ist, sondern Gott selbst. Seinem Jünger Johannes zufolge hat Jesus verkündet: „Ich und der Vater sind eins.“  Gott ist in einem Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Der Heilige Geist ist die Macht, die die Gläubigen von Sünden reinigt und in ihrem Glauben bestärkt. Der eine Gott existiert also in drei Formen. Man nennt diese Glaubensvorstellung auch Dreifaltigkeit oder Trinität. Insofern ist das Christentum also nicht streng monotheistisch,  anders hingegen etwa das Judentum.
Das Christentum fußt auf dem Neuen Testament. Das Neue Testament besteht zunächst aus den vier Evangelien. Die Evangelien sind Berichte über das Leben und die Lehren Jesu. Das Wort Evangelium kommt aus dem Griechischen und bedeutet Frohbotschaft. Im Gegensatz zu den Evangelien steht die Apostelgeschichte. Diese handelt über die Taten der Jünger Jesu nach dessen Tod am Kreuz. Des weiteren basiert das Christentum neben den Evangelien, der Apostelgeschichte auf einigen Lehrbriefen. Diese drei Teile bilden zusammen das Neue Testament. Das Alte Testament ist ein Nachschlagewerk altjüdischer Religions- und Geschichtstexte. Die Christen erkennen das Alte Testament ebenfalls als Wort Gottes an. Altes und Neues Testament vereinigen sich in der christlichen Bibel.
Das Endziel eines jeden Christen ist, den Weg in das Reich Gottes zu finden. Jesus zeichnete diesen Weg in seiner Bergpredigt auf, die das Matthäus Evangelium in seinem Kapitel 5 – 7 wiedergibt. Die Bergpredigt Jesus ist der Höhepunkt seiner Lehre. Dort lehrt er Gottesliebe und Nächstenliebe, die sich in Taten ausdrücken soll, die Liebe des Feindes, Gewaltverzicht. Er sieht Besitz als geringwertig an und prangert Hochmut und Arroganz an.

Wir haben bereits gesehen, dass die Bibel die Grundlage des christlichen Glaubens ist. Doch innerhalb des Christentums besteht Streit um die richtige Interpretation der Bibel sowie der christlichen Überlieferung. So gibt es die abendländisch-lateinische, die orientalische und die orthodoxe Tradition. Das abendländisch-lateinische und das orthodoxe Glaubensbekenntnis haben nur wenige Unterschiede. Die Trennung der beiden Glaubensrichtungen erfolgte im 11. Jahrhundert aus kirchenpolitischen Gründen, weniger aus religiösen Gründen. Das orientalische Christentum ist in sich hingegen stark gespalten. Einige orientalische christliche Kirchen, zum Beispiel die syrisch-jakobitische, die armenische, die äthiopische oder die koptische Kirche stellen sich das Wesen Christus anders als die römische oder orthodoxe Kirche vor, andere orientalische christliche Kirchen feiern hingegen nur einen anderen Ritus als die abendländischen christlichen Kirchen.
Aber auch die abendländische Kirche spaltete sich. Bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts war sie von der römisch-katholischen Kirche geprägt. Die römisch-katholische Kirche hat den Papst als Oberhaupt, der als Stellvertreter Christi auf Erden und folglich als unfehlbare Instanz des Glaubensverständnisses angesehen wird.
Es war der Mönch Martin Luther, der gegen die römisch-katholische Lehre protestierte. Luther lebte von 1483 bis 1546. Im Jahr 1529 schuf er seine Katechismen und damit die Grundlage des protestantischen Glaubens. Luther ging in seiner Lehre davon aus, dass alle Menschen die gleiche Nähe zu Gott besitzen. Daher lehnte er das Papsttum und auch die Verehrung von Heiligen und Reliquien ab. Luther missbilligte die Prunksucht geistlicher Oberhäupter und vor allem den Ablasshandel, den profitablen Handel mit Ablässen, bei denen Sünden gegen die Zahlung von Geld aufgehoben wurden.
Mit seinem Aufstand gegen Rom schuf Martin Luther den Weg für die Spaltung der abendländischen christlichen Kirche in viele neue Kirchen. So entstand etwa die evangelisch-reformierte Kirche oder die evangelisch-lutherische, die sich als protestantische Kirche bezeichnet; ihre Mitglieder nennen sich Protestanten. Weltweit gibt es ca. 30.000 christliche Glaubensgemeinschaften.